Die Fernmeldegruppe – Mit Elan und Technik

 

2004 hat das Land NRW großflächig die Anschaffung von Fahrzeugen oder Containern des Typs Einsatzleitfahrzeug 2 (ELW 2) subventioniert. Die Stadt Bielefeld hat daraufhin einen ELW 2 als Abrollcontainer beschafft. Diese Art Einsatzleitfahrzeug dient zur Unterstützung der Einsatzleitung bei größeren Schadenslagen und ist deshalb immer mit einem Besprechungsraum, einem separatem Funkraum und ggf. noch mit einem Geräteraum ausgestattet. Zur Sicherstellung der Kommunikation zwischen der Einsatzstelle und der rückwärtigen Leitstelle sind diese Fahrzeuge mit verschiedensten Kommunikationsmitteln ausgestattet. Nach der Anschaffung des Fahrzeuges stellte sich die Frage, wer am besten diese moderne Kommunikationstechnik im Einsatzfall bedient, und wer sie auch laufend prüft und wartet. Daraufhin wurde erstmalig in allen Löschabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr nachgefragt, wer Interesse hätte sich in einer Gruppe zusammenzufinden, um dieses Fahrzeug im Alarmfall einsatzbereit aufzubauen und zu betreiben. Die Mitglieder sollten vorzugsweise aus Berufen der Kommunikation- oder Elektrotechnik kommen. Hieraufhin meldeten sich 14 Feuerwehrleute aus verschiedenen Löschabteilungen, die sich am 01.11.2005 zu einem ersten Gesprächsabend trafen. Hier wurde dann, unter der Leitung des Abschnitts Nachrichtentechnik der Berufsfeuerwehr, eine neue Einheit der Feuerwehr gegründet, die ab diesem Datum offiziell unter dem Namen Fernmeldegruppe geführt wird. Zurzeit besteht die Fernmeldegruppe aus 15 Mitgliedern, die neben dem Fernmeldedienst auch im allgemeinen Einsatzdienst ihrer jeweiligen Löschabteilung tätig sind.

Die wichtigste Aufgabe der Fernmeldegruppe ist es, im Alarmfall schnellstmöglich die Einsatzbereitschaft des ELW 2 herzustellen. Hierzu müssen als erstes Antennen aufgerichtet und dann im Funkraum die Funkplätze mit Kopfhörern und Fußtastern angeschlossen werden. Danach können die ersten Funkplätze besetzt werden und der ELW 2 kann sich einsatzbereit melden. Hierdurch ist dann die Kommunikation zwischen der Einsatzstelle und der Leitstelle gewährleistet. Die nachrückenden Kräfte der Fernmeldegruppe können dann die weiteren Maßnahmen, wie Inbetriebnahme des Stromerzeugers, Ausfahren des Funkmastes oder Ausleuchten des Bereiches vornehmen.

Während im Funkraum die Kommunikation übernommen wird, bereiten die Mitglieder der Fernmeldegruppe dann die Ausstattung des Besprechungsraumes vor. Insbesondere wird hier ein Beamer, der an einen Computer angeschlossen ist, in Betrieb genommen. Hierdurch kann z. B. ein Luftbild der Einsatzstelle projizieren werden. Der weitere Einsatzablauf kann dann als „Lagedarstellung“ ständig aktualisiert werden.

Unter Anderem stehen der Fernmeldegruppe in Verbindung mit dem Einsatzleitfahrzeug 2 folgende Kommunikationsmittel zur Verfügung:

Funk, Telefon, Fax, Internet und E-Mail.

Sollte bei einem Großschadensereignis ein größerer Besprechungsraum benötigt werden, steht der Fernmeldegruppe noch ein Abrollcontainer als reiner Besprechungsraum zur Verfügung. In diesem Container können bis zu 15 Personen gleichzeitig, z. B. im Rahmen der Einsatzleitung, tätig werden. Der Besprechungscontainer kann über Kabel kommunikationstechnisch mit dem ELW 2 verbunden werden. Dadurch kann dann auch im Besprechungscontainer auf Telefon, Funk, Internet und E-Mail zurückgegriffen werden.

Neben dem technischen Aufbau des Einsatzleitcontainers und der Sicherstellung der Kommunikation bei mittleren und größeren Einsätzen der Feuerwehr hat die Fernmeldegruppe zwischenzeitlich noch andere Aufgaben übernommen. Seit 2010 ist die Fernmeldegruppe z. B. auch verstärkt im Bereich der Funkausbildung für die gesamte Freiwillige Feuerwehr Bielefeld tätig. Neben dem Erstellen von Ausbildungsplänen wird in Zukunft auch die Ausbildung im geplanten Digitalfunk für die Fernmeldegruppe eine große Rolle spielen.

Da die meisten Mitglieder der Fernmeldegruppe aus IT- und Kommunikationsberufen kommen, können viele Reparaturen und Erweiterungen selbstständig erledigt werden. Diese Reparaturen werden an sogenannten „Basteldiensten“ durchgeführt. Als neustes Projekt der Fernmeldegruppe ist hier eine Livebildübertragung von der Einsatzstelle zur Leitstelle zu nennen. Natürlich werden auch verschiedene Einsatzszenarien regelmäßig von der Fernmeldegruppe geübt.

Insgesamt hat sich mit der Fernmeldegruppe seit 2005 eine homogene Truppe gebildet, die mit viel Elan und Begeisterung einen wichtigen Platz im Gesamtbild der Feuerwehr Bielefeld gefunden hat.

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