Schutzausrüstung

Die Einsatzkräfte der ABC-Erkundung können im Einsatzfall mit den unterschiedlichsten radiologischen, biologischen und chemischen Gefahrstoffen konfrontiert werden.
Um jegliche Kontamination des Körpers oder gar eine Inkorporation (Aufnahme des Stoffes in den Körper) zu vermeiden, stehen den Kameraden verschiedene Schutzausrüstungen zur Verfügung.

Die Einteilung der Schutzkleidung erfolgt nach der FwdV500 in 3 Gruppen: 

Körperschutzform 3 (Chemikalienschutzanzug / CSA)

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Im Chemikalienschutzanzug befindet sich der Träger, völlig von der Umgebung isoliert, in seiner eigenen Athmosphäre. Der Anzug ist völlig Gas- und Flüssigkeitsdicht, daher muss im Inneren ein Atemschutzgerät getragen werden. Das hohe Eigengewicht, die extreme körperliche Belastung und die speziellen Anforderungen machen eine separate und intensive Aus- und Fortbildung des Trägers nötig... (mehr...)

 

Körperschutzform 2 (Gebläsefilteranzug / GFA)

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Der Gebläsefilteranzug schützt den Träger vor einer Reihe an Chemikalien. Im Wesentlichen ist zu beachten, dass der Anzug über 2 Filter mittels Gebläse Außenluft reinigt und in den Innenraum befördert, daher ist immer sicherzustellen, dass ausreichend Sauerstoff, kein Kohlenmonoxid und keine Nitrosen Gase in der Umgebung zu finden sind. Hierzu wird dann ein entsprechendes Messgerät mitgeführt.
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Körperschutzform 2 (Tychem-F)

 tychemDer Einweganzug Tychem-F bietet vielseitigen Schutz gegen allerlei Chemikalien und andere Gefahren. Allerdings ist der Anzug nicht Gasdicht und wird somit der Form 2 zugeordnet. In Verbindung mit einem ABEK-Filter ist der Träger zwar für eine lange Zeit einsetzbar, aber auch von der Umgebungsluft abhängig. In Verbindung mit einem Pressluftatmer rediziert sich zwar die Einsatzzeit, aber auch Nitrose Gase und Kohlenmonoxid haben keine schädliche Wirkung auf die Atmung der Einsatzkraft. Weiterhin kann der Tychem-F als Wetterschutz über den Schutzanzug "Overgament"getragen werden. (mehr...)

 

 

Pressluftatmer (PA)

Die wohl bekannteste (Atem-)Schutzausrüstung der Feuerwehr ist der Pressluftatmer (PA).
Das entscheidende Merkmal ist hier, dass der PA Umluft-unabhängig ist, die Umgebungsluft muss also keinen Sauerstoff enthalten, damit die Einsatzkraft atmen kann.
Der benötigte Sauerstoff wird in ein oder zwei Atemluftflaschen (unter Druck gefüllt mit normaler Umgebungsluft) auf dem Rücken transportiert und dem Träger über eine Atemschutzmaske zugeführt.
Die Einsatzzeit beträgt ca. 30 Minuten.
Ein klassisches Einsatzszenario für den Pressluftatmer bei der ABC-Erkundung sind Schadstoffmessungen bei einem Feuer direkt im Brandrauch.
Einsatz Einsatz

 

ABEK-Filter

Der ABEK-Filter wird, ähnlich wie die Zuleitung des Pressluftatmers, an die Atemschutzmaske geschraubt.
Dieser Atemschutz ist jedoch Umluft-abhängig, deswegen muss die Umgebungsluft immer ausreichend Sauerstoff enthalten.
Der Filter kann viele Gefahrstoffe über einen längeren Zeitraum von der Umgebungsluft absorbieren.
Hierzu zählen z.B. diverse organische und anorganische Gase und Dämpfe, Schwefeldioxid und Ammoniak.
Nicht gefiltert werden können hingegen z.B. nitrose Gase und Kohlenmonoxid, weshalb der Einsatz von ABEK-Filtern direkt im Brandrauch nicht zulässig ist.
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Gebläsefilteranzug

Mit dem Gebläsefilteranzug steht den Einsatzkräften ein Ganzkörper-Chemikalienschutzanzug zur Verfügung.
Das Material des Anzuges ist restistent gegen die meisten Chemikalien, da jedoch die Umgebungsluft durch einen Filter (ähnlich dem ABEK-Filter) angesaugt wird, ist auch hier ein ausreichender Sauerstoffanteil erforderlich.
Die Einsatzzeit in diesem Anzug kann mehrere Stunden betragen und ist, abgesehen von den persönlichen Voraussetzungen der Einsatzkraft, nur durch die Kapazität des Gebläseakkus begrenzt.
Der Anzug ist voll dekontaminierbar und somit wiederverwendbar.
Der Gebläsefilteranzug wird auch von der Mannschaft der Dekon-V eingesetzt.
Gebläsefilteranzug1Gebläsefilteranzug2Gebläsefilteranzug3

 

Tychem-F

Auch der leichte Chemikalienschutzanzug Tychem-F bietet Schutz gegen die meisten Chemikalien.
Da der Anzug jedoch nur aus einem Overall besteht, werden ergänzend Chemikalien-Schutzhandschuhe, sowie spezielle Stiefel benötigt, der Übergang zwischen Anzug und Handschuhen/Stiefeln muss mit Klebeband abgedichtet werden.
Bei Verwendung des Tychem-F wird der Atemschutz, je nach Gefahrstoff und Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft, durch eine Atemschutzmaske mit ABEK-Filter, oder einen Pressluftatmer sicher gestellt.
Tychem-F1Tychem-F2

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