Der Bäckermeister und Wirt August Vahle zeigte beim Magistrat der Stadt Bielefeld den fehlenden Brandschutz im inzwischen dichter bebauten Westen der Stadt an.

Daraufhin wurde am 08. September 1891 unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Bansi die 4. Löschabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld gegründet. Sie gehört damit zu einer der vier ältesten Löschabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld. Der Name "West" resultiert aus der damaligen Positionierung des Löschbezirkes innerhalb der Stadt, der westlich der Bahnlinie lag. Das erste Gerätehaus befand sich an der fünften Bürgerschule, der heutigen Stapenhorstschule an der Siechenmarschstraße.

Gründungsmitglieder: Bäckermeister: Heidbrede, Bäckermeister: Kuhlmann, Kupferschmied: Schwanke, Malermeister: Richter, Klempnermeister: Speer, Maurermeister: Spilker, Werkmeister: Möllenhoff, Tischlermeister: Krämer, Tischlermeister: Biermann, Bäckermeister: Vahle, Verwaltungssekretär: Detmers, Schuhmachermeister: Kniepkamp

Alle Mitglieder der Freiwilligen Bürgerfeuerwehr zu Bielefeld verpflichten sich durch Unterzeichnung des Statuts aus dem Jahre 1885 auf Handschlag zur strengsten Einhaltung der militärischen Disziplin in allen dienstlichen Angelegenheiten. Nach dem Statut mussten für die damalige Zeit hohe Strafgelder gezahlt werden, wenn ein Mitglied nicht zu Übungen oder Bränden erschienen war.

a: zu spät kommen   0,25 Mark, b: Fehlen   0,50 Mark, c: Fehlen beim Brande 1,00 Mark, Entschuldigungen für Fehlen bei Übungen und Versammlungen mussten vorher, Fehlen beim Brande spätestens drei Tage nach demselben beim Vorstand schriftlich eingereicht werden

18.05.1989 wurde nach dem Ableben des ersten Hauptmanns August Vahle die Löschabteilung von Bäckermeister Kuhlmann übernommen.

Am 01.01.1900 besaß die 4. Abteilung folgende Gerätschaften:                                                       

1 Spritze mit ZubehörSpritzenwagen 1900 01

1 Steigerwagen mit Zubehör

2 Steigerleitern                          

1 Einsteckleiter

3 Schlauchwagen mit Zubehör

2 Petroleumlaternen

1 Wagenlaterne und diverse Hanfschläuche

 

 

Vom 01.04.1900 – 31.03.1910 hatte die Abt. 21 Groß-, 1 Mittel-, und 3 Kleinfeuer zu löschen.  Loeschabteilung 1904 bearbeitet

Am 17.04.1904 führten Abteilung 1 und Abteilung 4 der Freiwilligen Feuerwehr eine gemeinsame Feuerwehrübung unter erschwerten Umständen durch.     

Am 02.05.1914 verstarb Wehrführer Kuhlmann.

Am 08.09.1916 war das 25-jährige Bestehen der Abteilung, die Feierlichkeiten fielen dem 1. Weltkrieg   zum Opfer

Sein Nachfolger Uhrmachermeister Klöne leitete die 4.Löschabteilung bis zu seinem Rücktritt aus persönlichen Gründen im Jahr 1921.

Am 04.03.1931 verstarb Hauptmann Albert Böttcher, der bis zu diesem Tage die 4. Abt. mit sehr viel Umsicht geführt hatte. Sein Nachfolger wurde Landwirt Wilhelm Hüllbrock.

Am 15.12.1933 wurden nach dem Feuerlöschgesetz alle Feuerwehrvereine aufgelöst und die Löschabteilungen in Löschzüge umgewandelt.

Unter der Führung von Kamerad Hüllbrock konnten die Kameraden das 40-jährige Bestehen der nun Löschzug genannten Feuerwehrabteilung gebührend feiern.

Am 10.07.1934 gab Wilhelm Hüllbrock die Führung des Löschzugs ab.

Am 13.08.1934 übernahm Schneidermeister Paul Schäffer die Führung des 4. Löschzugs.

Am 02.02.1935 wurde ein orkanartiger Sturm zu seiner ersten Bewährungsprobe als neuer Löschzugführer. Zusammen mit der Berufsfeuerwehr wurde der Löschzug zur Oetkerhalle gerufen, die beträchtlichen Schaden genommen hatte.

Zur Zeit des 3. Reiches wurden unsere Feuerwehrkameraden zusätzlich zum normalen Feuerwehrdienst noch ständig zu Luftschutzübungen, Sanitätsdiensten und zu besonderen Vorträgen herangezogen. Wie das 25-jährige Jubiläum fiel auch das 50-Jährige einem Krieg zum Opfer. Zum Tage des 50-jährigen Bestehens wies der Löschzug 20 aktive Kameraden auf, 12 Kameraden standen in Reserve, von diesen waren sieben Kameraden zur Wehrmacht und fünf zum Feuerlöschdienst im Sicherheitsdienst einberufen. Mit fortschreitender Dauer des Krieges wurden weitere Kameraden zur Wehrmacht einberufen, darunter auch der Löschzugführer Paul Schäffer. Die Abteilung war nun kaum mehr einsatzfähig und wurde kommissarisch vom Brandmeister Oskar Blaue geleitet. In dieser Zeit wurde zudem noch das Haus des Löschzugführers Schäffer teilweise von Bomben zerstört. Leider wurden damit auch wichtige Unterlagen der Abteilung vernichtet. Das erst Protokoll nach dem Krieg stammt aus dem Jahr 1950.

Im Jahre 1949 und nachdem Löschzugführer Paul Schäffer aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, versuchte er sofort, den 4. Löschzug wieder zu aktivieren. Im Herbst des Jahres konnte die Abteilung nur notdürftig eingekleidet werden, aber sie hatten ein Löschfahrzeug LF15 zur Verfügung gestellt bekommen.

Am 08.09.1951 feierten die Kameraden das 60-jährige Bestehen der Abteilung. Zitat aus der Rede von Paul Schäffer: ´´Nach den unglücklichen Kriegsjahren war der Anfang für uns Feuerwehren sehr schwer. Wir hatten keine Fahrzeuge, weder Uniform noch sonstiges Gerät. Aber der alte Feuerwehrgeist steckte doch noch in unseren alten Kameraden, und so war es mir möglich, den größten Teil der älteren Kameraden auch ohne Uniform und Feuerlöschfahrzeug zusammen zu halten. Bis endlich im Herbst 1949 wir wieder notdürftig Eingekleidet werden konnten und auch ein Löschfahrzeug, ein LF15 zur Verfügung gestellt bekamen.´´

Am 24.09.1952 wurde das neue alte LF15 in Feuerwehrrot umlackiert. Bis dahin war es wie fast alle Feuerwehrfahrzeuge grün lackiert.

Am 24.10.1953 wurden die Kameraden, die sich in Geduld üben mussten, weil sie kein Gerätehaus hatten, für ihre Geduld belohnt. Die neue Unterkunft, die sich an der Große-Kurfürsten-Straße 53 befand, wurde übergeben.

Am 21.04.1953 hatten die Kameraden der Abteilung ihren ersten großen Einsatz nach dem 2. Weltkrieg. Firma Kamphöner und Stüssel brannte und 14 Kameraden des 4. Löschzuges waren je 8h unter der Leitung der Berufsfeuerwehr im Einsatz.

Am 13.05.1953 stürzte ein holländischer Düsenjäger am Ehlentruper Weg ab, er bohrte sich in Haus Nr.14 und entzündete durch die Explosion der Treibstofftanks zwei dreistöckige Häuser. 14 Kameraden waren je 10h im Einsatz, bei dem sich Löschzugführer Oberbrandmeister Schäffer verletzte.

Ab dem 20.08.1956 wurden die Kameraden über neu installierte Alarmwecker zum Einsatz gerufen.

Am 03.08.1957 wurde die Abteilung zum Hotel ´´Vier Jahreszeiten´´ gerufen, bei dem im Keller ein Wohnraum des Hausmeisters in Brand geraten war. Der 4. Löschzug wurde zu diesem Brand alarmiert, da die Berufsfeuerwehr zur Zeit des Alarms einen Brand im Ravensberger Hof löschte. Nach dem Ausrücken der Berufsfeuerwehr, die normalerweise zu Hotelbränden ausrückt, wurden in weiser Vorrausicht die Kameraden des 4. Löschzuges aus den Betten geholt, um den Feuerschutz in der Stadt aufrecht zu erhalten.

Am 13.08.1959 feiert Paul Schäffer sein 25-jähriges Jubiläum als Löschabteilungsführer.

Am 25.071964 wurde der Abteilung ein neues LF16, ein Mercedes 812, feierlich übergeben, nach dem das ächzende LF15 außer Dienst gestellt wurde.

Am 08.09.1966 konnte die Kameraden im inzwischen umgebauten und etwas vergrößerten Gerätehaus ihr 75-jähriges Bestehen begehen.

Am 21.01.1968 nahmen die Kameraden mit großer Trauer Abschied vom Kameraden Paul Schäffer, der fast 35 Jahre die Löschabteilung als Oberbrandmeister führte.

Am 02.02.1968 wurde Bezirksschornsteinfegermeister Ernst Büker zum neuen Löschabteilungsführer gewählt, nach zwei Jahren stellte er jedoch aus beruflichen Gründen sein Amt wieder zur Verfügung.

In der Versammlung am 28.01.1970 wurde der bisherige stellvertretende Abteilungsführer Bezirksschornsteinfegermeister Fritz Hoppe zum Abteilungsführer gewählt.

Bild Abteilung 1969

stehend von links: Enge, Baake jr. Paukstadt, Szillus, Schubert, Sieg, Stuckenbrock, Vogt, Pielsticker, Ha.Jöstingmeier, Büker

sitzend: Metschies, Baake sen. Weber, Niehus, Lüdeke

Am 08.09.1981 zum 90-jährigen Bestehen der Abteilung wurde einen neu angeschaffte Fahne, der Löschabteilung von Ulrich Kunze, Amtsleiter der Berufsfeuerwehr, feierlich übergeben.

Am 29.03.1985 wurde Kamerad Dieter Grein neuer Löschabteilungsführer, nach dem Fritz Hoppe aus Altersgründen ausgeschieden ist.

Am 31.03.1989 wird in feierlicher Form in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Bielefeld, dem Leiter der Feuerwehr Bielefeld, sowie Kameraden der Abteilung, der Grundstein für das neue Gerätehaus gelegt in der Teichstraße 12, direkt hinter dem Parkhaus "Hauptbahnhof".

Am 09.06.1989 konnte schon nach nur 3 Monaten das zünftige Richtfest gefeiert werden.

Am 21.02.1990 fand die offizielle Übergabe des Gerätehauses vom Hochbauamt an das Feuerwehramt statt. Das gestaltete sich sehr schwierig, weil zum gleichen Zeitpunkt die ev. Kirche Brackwede ein Opfer der Flammen wurde und alle leitenden Herren der Berufsfeuerwehr am Brandort weilten.

Am 20.04.1990 wurde die Schlüsselübergabe an die Löschabteilung umso schöner.

Nach kurzen launigen Reden und schmissiger Musik des Feuerwehr Musikzuges konnte Hauptbrandmeister Dieter Grein, im Beisein vieler Gäste, den Schlüssel für das neue Gerätehaus entgegennehmen.

Am 08.09.1991 feierte die Löschabteilung mit einem großen Festakt ihr 100-jähriges Bestehen.

01.12.1991 Übergabe eines Löschfahrzeugs LF16 an die Löschabteilung West. Nach dem das Löschfahrzeug 1985 seinen Dienst bei der Berufsfeuerwehr aufnahm, wird es in Zukunft seinen Dienst in der Innenstadt Löschabteilung West versehen.

Im Oktober 1996 übernahm Christian Schnülle die Löschabteilungsführung von Hans Bitter.

Im Jahr 1999 bekam die Abteilung zusätzlich zum LF 16 einen Mannschaftstransportwagen, der 2010 durch ein neues Fahrzeug, ein VW Crafter, ersetzt wurde.

2015 bekam die Löschabteilung ein neues Fahrzeug.

Das 31 Jahre alte LF16, früher mal 1. Löschfahrzeug auf der Feuerwehrwache Süd der Berufsfeuerwehr, wurde durch ein LF10, Baujahr 2015 abgelöst. Die Löschabteilung bekam eines von sechs neu angeschafften Fahrzeugen dieser Art für die Löschabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr.

09.09.16 Bei einem Festakt in der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld beging die Löschabteilung West mit zahlreichen, geladenen Gästen ihr 125-jähriges Bestehen. Der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, Herr Pit Clausen, der Amtsleiter des Feuerwehramtes, Herr Leitender Branddirektor Rainer Kleibrink und viele andere Gäste überbrachten ihre Glückwünsche. Höhepunkte des Festaktes waren die Rede von Christian Schnülle, dem scheidenden Löschabteilungsführer sowie die Rede von Andreas Buschmann zu dessen Amtsantritt als neuer Löschabteilungsführer. Kai Webers wurde zum neuen stellvertretenden Löschabteilungsführer ernannt. Die Löschabteilung überreichte Christian Schnülle, der weiter aktives Mitglied der Löschabteilung bleibt und das Amt des stellv. Kassierers übernimmt, zu seinem Amtsabtritt und als Dank für die 20 Jahre seiner Führung ein Geschenk. Aus alten Feuerwehrleitern wurde eine Sitzbank hergestellt. Christian Schnülle bedankte sich für dieses einzigartige Unikat von Herzen.

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