1906 – 1928: Gründerjahre

Die Gemeinde Hoberge-Uerentrup gehörte 1906 zum Amt Dornberg, nah an der Stadt Bielefeld gelegen, doch sehr ländlich geprägt.

Nur wenige hunderte Einwohner wohnten damals in Hoberge-Uerentrup. Einen organisierten Brandschutz, wie in anderen Gemeinden des Amtes, gab es noch nicht. Doch das sollte sich ändern, denn am 12.5.1906 gründeten 17 beherzte Männer in der Gaststätte „Waldfrieden“ die Freiwillige Feuerwehr Hoberge-Uerentrup. Als Löschgerät dienten Wassereimer und Einreißhaken. Wenige Monate später wurde die Wehr offiziell in den kaiserlichen Sicherheitsdienst integriert, jedoch dauerte es noch weitere drei Jahre, bis die erste Handdruckspritze und Schläuche mit Hilfe von Spenden und Zuschüssen der Gemeinde beschafft werden konnten. Nach und nach konnte die Wehr weitere Ausrüstungsgegenstände, wie Uniformen, Helme und Gurte dazukaufen.

Gerätehaus 1928In den Folgejahren musste stets um neue Ausrüstungsgegenstände gekämpft werden. In den Vordergrund rückte jedoch der Bau einer eigenen Halle für die Handdruckspritze. Dieser konnte erst im Jahr 1927 begonnen werden. Kamerad Gustav Menke stellte der Wehr dafür ein eigenes Grundstück an der Dornberger Straße zur Verfügung. Unter Mithilfe der Feuerwehrkameraden konnte der Bau, eine Garage mit Schlauchturm, am 28.07.1928 eingeweiht werden.

 

 

1928 – 1953: Wiederaufbau

Wenige Jahre nach Einweihung des Spritzenhauses, am 12.5.1931, konnte die Wehr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Um im 2. Weltkrieg das Hab und Gut der Bürger sowie wertvollen Wohnraum nach den Bombenangriffen zu retten, mussten oftmals bereits pensionierte Kameraden einspringen, da viele aktive Feuerwehrleute in den Militärdienst einberufen wurden.

Gruene MinnaNach dem Ende des 2. Weltkrieges verlief der Wiederaufbau der Wehr nur schleppend.  Immerhin konnte die alte Handdruckspritze gegen eine modernere Motorspritze ausgetauscht werden. Die Spritze wurde mit dem PKW eines Kameraden zu den Einsatzorten gefahren. Allerdings war die Halle für die neue Spritze zu klein, so dass die Erweiterung des Anbaus beschlossen wurde. Aufgrund fehlender Baumaterialien in der Nachkriegszeit musste die Erweiterung zurückgestellt werden. Ein glücklicher Zufall bescherte 1950 der Feuerwehr ein eigenes Zugfahrzeug für die Spritze, einen gebrauchten englischen LKW, scherzhaft „grüne Minna“ genannt.

Ab 1952 konnten die Kameraden endlich an der Vergrößerung des Gerätehauses arbeiten, die am 03.10.1953 fertig gestellt wurde.

 

1953 – 1971: Es geht weiter

Opel-Blitz

Kurz vor dem 50-jährigen Jubiläum im Jahre 1956 konnte das neue Löschfahrzeug LF 8, ein Opel-Blitz, feierlich in Empfang genommen werden. Dies gelang nur mit der finanziellen Unterstützung der Bürger. Somit waren zwei Fahrzeuge im Besitz der Wehr, die „grüne Minna“ wurde allerdings 1964 gegen ein vom Bund zur Verfügung gestelltes modernes Tanklöschfahrzeug TLF 8, ein Mercedes Unimog, getauscht.

Mittlerweile zeigte sich, dass das Gerätehaus wieder einer Erweiterung bedurfte. Vor allem gab es keinen Schulungsraum, auch sanitäre Anlagen fehlten. Am 05.11.1971 war es schließlich soweit, das erweiterte Gerätehaus konnte von den Feuerwehrleuten genutzt werden.

 

1971 – 1994: Neuordnung

Die kommunale Neugliederung zum 01.01.1973 war auch ein wichtiger Tag für die Freiwillige Feuerwehr Hoberge-Uerentrup. Nunmehr war die Stadt Bielefeld zuständig für das Feuerwehrwesen, die hiesige Wehr wurde dem Leiter der Berufsfeuerwehr Bielefeld unterstellt und nannte sich fortan Löschabteilung Hoberge-Uerentrup.

LF 16Zwei Jahre später, am 01.10.1975, erhielt die Löschabteilung ein neues allradbetriebenes Löschfahrzeug, ein LF 16 (Mercedes-Benz). Der alte Opel-Blitz wurde der Werksfeuerwehr der Asta-Werke übergeben. Das Datum blieb aber noch aus einem anderen Grund in guter Erinnerung: an diesem Tage wurde am Standort Hoberge-Uerentrup eine der heutigen vier Jugendfeuerwehren in Bielefeld gegründet. Im Jahr 1976 konnten die Wehrleute noch schneller zum Einsatz gerufen werden: die ersten Funkmeldeempfänger wurden ausgeteilt, die Sirene auf dem Gerätehaus wurde nicht mehr benötigt. 1988 wurde der Unimog ausgemustert.

Um auch der Jugendfeuerwehr ein eigenes Fahrzeug zu ermöglichen und unterstellen zu können, fehlte es im Gerätehaus an ausreichend Platz. So wurde, mit Hilfe von großzügigen Spenden aus der Bevölkerung, am 11.08.1994 der erneute Anbau mit einer weiteren Halle begonnen. 

 

1994 – heute: Mehr Platz für die Jugend

Auch dieses Mal packten alle Kameraden tatkräftig mit an, um den Anbau schnellstmöglich fertig zu stellen. Im Jahr 1995 konnte die Halle feierlich eingeweiht werden und das Jugendfeuerwehrfahrzeug, ein älteres Fahrzeug aus dem Bestand der Feuerwehr Bielefeld fand seinen Platz.

LF 8 6Im September 2002 wurde das LF 16 als Einsatzfahrzeug abgelöst. Ein neues, etwas kleineres LF 8/6 wird der Löschabteilung Hoberge-Uerentrup übergeben. Das liebgewonnene LF 16 bleibt der Wehr aber erhalten: als Jugendfeuerwehrfahrzeug und zweites Einsatzfahrzeug steht es weiterhin am Standort und versieht auch heute, mit fast 38 Jahren noch seinen Dienst.

Zusammen mit der Löschabteilung Großdornberg, die 125 Jahre alt wurde, feierte die Löschabteilung Hoberge-Uerentrup im Jahr 2006 ihr 100-jähriges Bestehen.

 

Führungskräfte seit 1906:

1906-1908 Hauptmann Wilhelm Hüttemann

1908-1910 Hauptmann Heinrich Bohnenkamp

1910-1928 Hauptmann Albrecht Krüger

1928-1933 Hauptmann August Bergmann

1934-1936 Brandmeister Heinrich Westerwelle

1936-1943 Brandmeister Julius Hagemeier

1943-1962 Brandmeister Erich Walkenhorst (1962-1967 Amtbrandmeister)

1962-1984 Oberbrandmeister Karl-Ernst Kipp

1984-1991 Hauptbrandmeister Manfred Knopf

                  Hauptbrandmeister Heinz-Joachim Keienburg (1986-1991 Stellvertreter)

1991-2012 Brandinspektor Heinz Joachim Keienburg,

                  Brandinspektor Frank Großmann (Stellvertreter)         

seit 2012    Brandinspektor Frank Großmann             

                   Hauptbrandmeister Sebastian Molteni (Stellvertreter)

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