Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Großdornberg

In diesem Jahr kann die Löschabteilung Großdornberg auf ein hundertdreißigjähriges Bestehen zurückblicken. Vor dieser Zeit hatten die Gemeinden Großdornberg und Kirchdornberg gemeinsam den Brandschutz für das seit 1843 selbstständig bestehende Amt Dornberg übernommen. In der Feuer-Polizei-Ordnung für die Provinz Westfalen vom 30. November 1841 heißt es, dass jede selbstständige Gemeinde für den Brandschutz eine fahrbare Feuerwehrspritze, einige Wasserkübel auf Rädern, Feuerwehreimer, Feuerhaken und Leitern zu stellen hat. Laut Protokoll vom 25.11.1845 haben sich die Amtsvertreter erstmals über ein Löschgerät unterhalten. Erst 12 Jahre später wurde die erste Feuerwehrspritze angeschafft. Diese Spritze konnte noch nicht selbstständig ansaugen, sond

 

ern musste mit Ledereimern gefüllt werden. Der Standort der Spritze war das Gehöft Meyer zu Gottesberg. Da dieses Gehöft genau auf der Grenze Kirchdornberg-Großdornberg liegt, hatten beide Gemeinden die Spritzenmannschaften zu stellen. Bei ausbrechendem Feuer und auf Signal der Turmglocke versammelte sich die Mannschaft bei der Spritze. Im Jahre 1864 beschloss die Amtvertretung Dornberg die Spritze zukünftig bei Colon Nolting in Großdornberg Nr. 1 aufzustellen, da sie hier in der Mitte des Amtes stand und somit leichter in benachbarte Gemeinden des Amtes transportiert werden konnte. Weiter wurde beschlossen, wer die Anspänner zu stellen hatte. Aber erst 17 Jahre später, 1881, wurde die Freiwillige Feuerwehr Großdornberg gegründet. Als erster Hauptmann wurde Caspar Grothaus gewählt.

Eine ehemalige Mannschaft der Löschabteilung.

 

 

1884 bekam die Freiwillige Feuerwehr eine neue Feuerwehrspritze, die selbstständig ansaugen konnte. Die Leistung der Spritze betrug 200 l pro Minute und musste von acht Männern bedient werden. Diese Feuerwehrspritze steht heute noch in unserem Gerätehaus der Löschabteilung und ist voll funktionsfähig. Die erste Motorspritze bekam die Wehr nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Motorspritze hatte eine Leistung von 800 Litern pro Minute.

Altes Fahrzeug der Löschabteilung.

Nachdem der Unterstellraum in einer Remise des Landwirtes Nolting zu klein geworden war, wurde durch Eigenhilfe der Feuerwehrmänner auf dem gleichen Anwesen ein kleines Gerätehaus gebaut. Dieses Gerätehaus diente auch für das im Jahre 1935 beschaffte Funklöschfahrzeug als Unterkunft. Durch die spätere Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges bot dieser Raum nicht mehr genügend Platz. Eine Erweiterung war nicht möglich und so beschloss die Gemeindevertretung ein größeres Gerätehaus auf eigenem Grundstück zu errichten. Nach Fertigstellung im Jahre 1968 wurde das neue Gerätehaus, das bis heute noch in der Nähe des Hofes Meyer zu Westerhausen liegt, der Feuerwehr übergeben.

einweihung1969

Derzeit besteht der Fahrzeugpark der Löschabteilung Großdornberg aus zwei Löschgruppenfahrzeugen (LF16, mit 1600 Liter Wassertank und einem LF16 TS mit Vorbaupumpe und eingeschobene Tragkraftspritze), einem Mannschaftswagen (MTW) und einem Schlauchwagen (SW 2000).

Seit der Eingemeindung nach Bielefeld im Jahre 1973 ist der Löschzug Großdornberg eine Löschabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld geworden und untersteht somit laut Gesetz dem Leiter der Berufsfeuerwehr. Nach 14-jähriger Tätigkeit als Löschabteilungsführer übergab Brandinspektor Klaus Tubbesing die Leitung der Abteilung am 03.02.2006 seinem bisherigem Stellvertreter Brandinspektor Hans-Werner Grimm. Zu seinem Stellvertreter wurde Brandinspektor Frank Meyer zu Westerhausen gewählt. Zurzeit besteht die Löschabteilung Großdornberg aus 28 aktiven Feuerwehrmännern-/ Frauen, einem Feuerwehranwärter und zehn Männern der Alters- und Ehrenabteilung.

Textquelle: Festschrift zum 130 jährigen Bestehen der Löschabteilung Großdornberg, 2011; Bilder ergänzt.

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