Von der Betriebsfeuerwehr zur Freiwilligen Feuerwehr Hillegossen

Entwicklung der Löschabteilung

Gruppenfoto 1927Am 23. März 1923 wurde die Betriebsfeuerwehr der Papierfabrik Koholyt AG in Hillegossen gegründet. Anlass war damals ein Brand auf dem Holzplatz, dem man machtlos gegenüberstand. Dieses veranlasste die Werkleitung, eine Feuerwehr aufzustellen. Die Ausbildung übernahm Branddirektor Ritter von der Berufsfeuerwehr der Stadt Bielefeld.

Die Feuerwehr wurde 1942 zu einer „anerkannten Werkfeuerwehr“ der Feldmühle AG ernannt. Dies bedeutete unter anderem, dass sie den Anforderungen der öffentlichen Feuerwehren in Ausbildung und Ausstattung entsprechen musste und auch zu Einsätzen außerhalb des Werkes gerufen werden konnte. Durch die regelmäßigen Übungsabende, Lehrgänge aber auch etliche Einsätze jedes Jahr im Stadtbezirk Stieghorst oder der Autobahn A2 war die Werkfeuerwehr auf einem hohen Ausbildungs- und Wissensniveau.

Auch nach der Umwandlung der Werkfeuerwehr Mitsubishi (seit 1999) zur Löschabteilung Hillegossen der Freiwilligen Feuerwehr Bielefeld im Jahre 2004, erhält die Abteilung weiterhin großzügige Unterstützung durch die Firma Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH. Der Standort befindet sich an alter Stelle auf dem Werksgelände der Papierfabrik und etwa die Hälfte der Löschabteilung besteht noch aus Betriebsangehörigen.

DIA 01Nach alter Tradition wurde eine Fahne angeschafft, die am 25. Mai 1928 feierlich geweiht wurde. Diese Fahne hängt heute noch, nach mühsamer Restauration, im Schulungsraum des Gerätehauses. Den ersten großen Einsatz musste die Wehr im September 1927 meistern. Der Dachstuhl der Schleiferei mit 100 to Holzschliff brennt. Gemeinsam mit den benachbarten Wehren bekämpft man erfolgreich das Feuer.

               Gruppenfoto 1928 

Alarmierung

Die Alarmierung der Feuerwehrkameraden erfolgte damals noch durch ein Hornsignal. Später wurde eine tragbare Sirene mit Kurbel und dann eine elektrische Sirene angeschafft, die auch heute noch bei Einsätzen in der Papierfabrik ausgelöst wird. Inzwischen haben alle Kameraden jedoch einen Funkmeldeempfänger, über den die Alarmierung erfolgt.

Die Aufgaben der Werkfeuerwehr wuchsen mit den Jahren und so auch ihre Ausrüstung. Zu Anfang mussten Pferde die Wehrleute und ihre Spritzen, Schlauchwagen und sonstige Geräte zum Brandort transportieren. 1930 bauten die Kameraden eigenhändig nach Feierabend einen stillgelegten LKW zu einem Mannschaftswagen um, um schneller und beweglicher zu sein.

Fahrzeugpark

Heute umfasst der Fahrzeugpark 3 Löschfahrzeuge und einen Mannschaftstransportwagen. Das LF8 Opel Blitz Baujahr 1958 wird einsatzmäßig nicht mehr eingesetzt, ist aber noch voll funktionstüchtig und wird weiterhin gehegt und gepflegt. Das letzte neue Löschfahrzeug LF16-TS wurde 1988 übergeben. 2004 erhielten wir das TLF16/25 gebraucht von der Berufsfeuerwehr. Im Februar 1965 wurde auf dem Gelände der Papierfabrik Feldmühle das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht, das 1985 um eine Fahrzeughalle und den Schulungsraum in Eigenleistung durch die Kameraden erweitert wurde.

Partnerschaft

Chudoba2015 10

Nationalflagge PolenSeit dem Jahr 2005 besteht eine Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Chudoba in Polen (Oberschlesien), die durch einen Feuerwehrkameraden entstanden ist, der dort geboren wurde. Jedes Jahr finden gegenseitige Besuche in Polen und Deutschland statt.

 

Einsätze

Zu vielen großen und kleinen Einsätzen wurde die Wehr seit der Gründung gerufen. Waren es früher hauptsächlich Brände, so hat heute die technische Hilfe eine größere Bedeutung erlangt. Auch die Papierfabrik wurde nicht von großen Bränden verschont.Brand Dachstuhl Schleiferei 1927 1927 der bereits erwähnte Dachstuhlbrand, 1967 ein großer Brand in der Zellstoffhalle, ein Jahr später brennen 500 to Zellstoff auf dem Freigelände und in dem gleichen Jahr brennen wieder 600 Ballen Zellstoff. 1974 gab es einen Großbrand, bei dem die Papiermaschinen 1 und 2 stark beschädigt wurden. 10 Jahre später brannte wieder die Papiermaschine 1. Ohne Unterstützung der Nachbarwehren und der Berufsfeuerwehr wäre man dem Feuer bei diesen Großbränden nicht Herr geworden. Bis heute war es glücklicherweise der letzte Großschaden in der Papierfabrik.

Viele Entstehungsbrände, die auch heute noch immer wieder im Werk auftreten, konnten durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr im Keim erstickt werden, so dass Schlimmeres verhindert wurde.

Auch im Stadtbezirk Stieghorst oder auf der Autobahn A2 wurde die Wehr zu den verschiedensten Einsätzen gerufen: Ein brennendes Stallgebäude der Mühle Filges, wobei 80 Schweine gerettet wurden. Ölverklebte Enten, die mit dem Schlauchboot vom Teich geholt und gesäubert wurden. Befreiung von Personen aus brennenden oder verunfallten Fahrzeugen (besonders im Bereich der Autobahn), Wohnungsbrände, Umwelteinsätze. Für manche Menschen kam jede Hilfe zu spät, aber etliche konnten gerettet werden.

Veranstaltungen

Neben dem Dienst darf aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen. Jedes Jahr werden eine Fahrt oder andere Aktivitäten (Brunch, Wasserski, Kartfahren, usw.) organisiert. Bei diesen Veranstaltungen sind dann auch unsere Partner/-innen dabei, die bei Einsätzen, Übungen oder Lehrgängen oft auf uns verzichten müssen.

Die Zukunft

In der heutigen Zeit wird es immer schwerer, Menschen für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. Wir hoffen trotzdem, dass es auch in Zukunft Männer und Frauen gibt, die bereit sind in dieser Kameradschaft Ehrendienst zu leisten. Um neben einer abwechslungsreichen Vergangenheit eine Zukunft zu haben, suchen wir Frauen und Männer aus dem Einzugsgebiet Hillegossen zur Mitarbeit in unserer Löschabteilung.

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