Mein erstes Jahr in der Feuerwehr

 

Vielleicht fragst Du dich:

Wie komm ich - als 42-Jähriger - darauf, zur Feuerwehr zu gehen?

Dazu meine Geschichte:

In der Vergangenheit durfte ich all die schönen Sachen machen, die ein junger Mann gerne einmal ausprobiert, z. B. habe ich auf großen und kleinen Baggern, mit Kettensägen gearbeitet und 40 t-LKW gefahren und auf verschiedenen Gewerken am Bau mitgewirkt.

Leider kann ich nicht alle diese schönen Sachen in meinen Beruf einbringen, deshalb habe ich mich umgeschaut, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt. Durch Gespräche mit Bekannten und Freunden gelangte ich zur Überzeugung, dass ich als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr mein Wissen und Können einbringen kann.

Nach kurzer Recherche im Internet fand ich die Löschabteilung in meiner Nähe, fasste mir ein Herz und rief an.

Nach einem kurzen Gespräch hieß es:

„Komm doch einfach am nächsten Montag vorbei und guck` dir alles in Ruhe an.“

Gesagt – getan. Am besagten Montag fand eine Übung zusammen mit einer benachbarten Löschabteilung in einem Jugendzentrum statt. Die Übung fand ich sehr interessant, obwohl ich mir eingestehen musste, dass es auch sehr viel Unbekanntes und Neues zu sehen gab.

– Ich war mir nicht sicher.

So durfte ich an einer zweiten Übung an der Universität teilnehmen. Bewundernswert fand ich, dass die Kameraden in voller Ausrüstung sehr ruhig und strukturiert vorgingen, wobei ein Kamerad draußen verzweifelt „Hallo, wo seid ihr denn?“ rief. Er konnte aufgrund seines Übungsvisiers (= mit dunkler Folie abgeklebte Atemschutzmaske) nichts sehen und hatte wohl den Anschluss verloren …

Nach mehreren Übungsdiensten war ich überzeugt, das Richtige gefunden zu haben. Den Kameraden ging es genau so, deshalb haben sie mich am 04.11.2011 in ihre Reihen aufgenommen.

Nach der Aufnahme ist es so, dass jedes neue Mitglied durch diverse Lehrgänge auf den neuesten Stand der Feuerwehrtechnik gebracht wird. Diese Lehrgänge sind für die Freiwillige Feuerwehr bestimmt und werden von den Ausbildern mit viel Herzblut und Engagement angeboten.

In einer Gruppe von 25 Kameradinnen und Kameraden bekommst du in durchweg lockerer Atmosphäre alles das gezeigt (und darfst es auch selbst machen), was zu einem Feuerwehrmann an Können und Wissen gehört.

Dabei rollst du nicht nur Schläuche, du zerschneidest Autos, löschst „gewaltige“ angenommene Brände und bringst den einen oder anderen Knoten „mit Wasser unterm Helm“ an.

Bei einer ganzen Menge Spaß lernte ich ganz nebenbei viele nette Kameradinnen und Kameraden kennen, die ich bei gemeinsamen Einsätzen sehe und mit denen ich mich teilweise auch privat treffe, um „Kehlenbrände“ zu löschen.

Dabei entstanden auch „spezielle“ Teams, mit denen ich jetzt in meiner Löschabteilung entsprechend zusammen arbeiten kann.

Nach den bisherigen Einsätzen, Übungsdiensten, Fortbildungen und Ausflügen macht es mir immer mehr Spaß, denn es gibt doch nichts Schöneres, als die Erfüllung der eigenen Wünsche, oder?

Mein Fazit:

- Bei der Freiwilligen Feuerwehr bin ich als Teamplayer immer in der Lage, mich mit einzubringen.

- Ich bin technisch gesehen auf dem neuesten Stand.

- Ich nehme an Weiterbildungen wie z. B. dem Digitalfunk zeitnah teil, um sie anzuwenden und einzusetzen.

- Ich kann Beruf, Hobby und Freundschaften „unter einem Hut“ vereinen.

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